1. Ein gute Cosplay beginnt im Kopf: Wenn du einen Charakter hast, der dir gefällt überlege zuerst ob es dir möglich ist ihn zu cosplayen. Ich bin ca 1,82 groß. Folglich würde mein Versuch den Full Metal Alchimist zu cosplayen schon allein aufgrund der Größe unglaubwürdig und wenig authentisch wirken. Solche Dinge sollen euch nicht von einem bestimmten Cosplay abhalten, aber wohl in eure Entscheidung bewussten einfließen und überlegt werden.
2. Referenzmaterial, genug gibt es nicht: Hat man sich für ein bestimmtes Kostüm entscheiden, geht es an die Material und Referenzrecherche. Man sucht sind möglichst gute Bilder des Charakters. Hierbei gilt, nicht nur die üblichen Standardposen und Coverbilder! Gerade hier fehlen oft wichtige Ansichten der Details oder Accessoirs. Videospielcharaktere bieten hier oft den Vorteil von 3D Modellen. Kampfspiele haben oft eine Gallerie mit 3D Ansichten zum Wenden.
Wenn so eine Möglichkeit besteht nutzt sie!!!!
3. Wissen was, aber wie? Man hat sich für ein Cosplay entschieden, seine Hausaufgaben gemacht. Nun kommen die ersten Überlegungen der Umsetzung.
Hier muss man sich vor allem die kritische Frage stellen, wieviel will ich für ein Cosplay ausgeben? Will ich alles selber machen oder greife ich wenn möglich auf gekaufte Produkte zurück? Je nach Aufwand und Material/Stoffe kann ein Cosplay über 200-300 € an Kosten verursachen. (Natürlich sind die meisten oft billiger, aber wie gesagt ich will hier nur mal eine Warnung aussprechen!)
Im Internet auf Conventions und in speziellen Shops werden mittlerweile ganze Cosplays angeboten. Diese sind meist in chinesischen oder vietnamesischen Massenschneidereien entstanden, haben meist solide Materialqualität und ein akzeptables Preisleistungsverhältnis. Manchmal findet man auf Ebay sogar Angebote für Massanfertigungen eigener Ideen. Wer diesen Weg wählt sollte sich folgendes bewusst machen: Bei Wettbewerben siegt persöhnlicher Einsatz meist über gekaufte Ware, aus dem einfachen Grund, dass man den Arbeitsaufwands des Cosplayers würdigen will! Auch darf man beim Bestellen der Cosplays nicht die enormen Importkosten vernachlässigen, zum günstigen Einkaufspreis gesellen sich meist noch um die 45$ Importzoll+Porto.
Will man sich alles selber machen, ist es oft die erste Schwierigkeit ein Stoffgeschäft zu finden. Diese gibt es meist nur mehr in größeren Städten, Linz hat ca 2-3.
Dann ist es wichtig einen gesunden Kompromis aus Preis und Komfort zu gehen. Grobe Stoffe sind meist billiger. Materialien wie Satin, Samt oder Leder kosten erheblich mehr. Bevor ihr Stoff kauft, rechnet überschlagsmässig durch wieviel ihr brauchen werdet.
Man sollte auch überlegen welche Kleidungstücke als Schnittbasis oder Ausgangsbasis verwendet werden sollen. Es ist leichter etwas anzunähen, als vollständig neues zu schaffen. Shops für Kampfsport führen meist Kyodo/Kendohosen oder entsprechende asiatische Kampfanzüge.
4. Schwert und Schild: Meiste Cosplays beeinhalten verschiedene Arten von Rüstungsteilen, Schwertern, Stäben etc... Bei der Herstellung selbiger ist vor allem auf das Material zu achten.
Hierbei gibt es mehrere wichtige Faktoren, wobie jeder überlegen muss was ihm wichtig ist.: Stabilität, Gewicht, Modilierbarkeit, Haltbarkeit.
Ich werde mal die wichtigsten Marterialen aufzählen und ihre Eigenschaften anführen.
Pappmaché: Klassisches Pappmaché mit Papier und Kleister hat einige Vorteile. Zum einen ist es extrem billig und überall erhältlich. Pappwaffen erfordern meist eine gute Grundform aus Wellpappe und genug straffe Schichten, damit das Endprodukt stabil bleibt. Genauso wichtig ist dass man genug Zeit zum trocknen einplant. Nachteile: Es ist weich. Man muss vorsichtig damit umgehn. Großes Gedränge, wildes Umherschlagen, so etwas ist Gift für Pappmaché Accessoirs. Auch erfordert es einiges an Übung schöne Details hinzubekommen.
Holz: Holz, der klassische Rohstoff bietet eine guten Kompromis aus Stabilität und Gewicht. Leider braucht man entsprechendes Werkzeug um gute Resultate zu erzielen. Bei Holz gibt es Pressspanplatten und Vollholz. Pressspan ist recht billig und man kann gut Dolche, Messer und Schilde daraufschneiden. Vollholz ist teurer aber größere Waffen und Accessoirs sind möglich und die handwerklichen Fertigkeiten die Grenze. Achtet dabei nur auf das Gewicht! Ihr müsst dann damit einen ganzen Tag rumlaufen!
Moosgummi und Glasfaser: Die meisten erfahrenen Cosplayer arbeiten mit diesen Materialen. Diese sind sehr leicht und vor allem Glasfaser bietet hohe Stabilität. Bevor ihr euch dazu entschließt sucht euch erst gute Tutorials! Der Umgang mit Glasfaser erfordert den Einsatz von Chemikalien und beide Materialien sind kostenintensiv! Folglich ist genau zu überlegen wieviel notwendig ist und woher man es günstig beziehen kann! Jedoch sind damit sehr gute Resultate erzielbar.
Gipsbandagen: Ich selbst mag Pappmaché weniger. Aus dem Maskenbasteln heraus entdeckte ich Gipsbandagen. Damit lässt sich so ziemlich jedes Rüstungsteil leicht und stabil herstellen. Einfach aus Wellpappe ein Grundform machen und mit Bandagen überziehen. Der Vorteil: Eine leichte und stabile Rüstung, welche sich mit einfachen Wasserfarben bemalen lässt. Jedoch muss das Ganze abschließend gut mit Lack verschloßen werden, damit der Gips nicht brüchig wird.
Tja damit wärs von mir fürs erste. Viel Spaß beim Überlegen! Und fangt zeitig genug mit dem Planen an! Cosplays sind Zeitfresser!